21 Man wird auch nicht sagen: Siehe hier, oder siehe dort! Denn siehe, die Gottesherrschaft ist innerlich bei euch. {Der lutherischen Übersetzung "inwendig in euch" stellt man neuerdings die andere "mitten unter euch" gegenüber, als ob die eine die andere ausschließe. Da enios beides bedeuten kann, und beides sehr gut in den Zusammenhang paßt, so scheint die volle Wahrheit in der hier versuchten Vereinigung der beiden, einander keineswegs ausschließenden Anschauungen zu liegen. Die Gottesherrschaft ist und muß ihrer Natur nach, zunächst eine geistliche, also rein innerliche und unsichtbare sein; sie kann nicht mit sinnlicher Wahrnehmbarkeit von außenher kommen, sondern muß als Frucht des Geistes von innen heraus geboren werden. Deshalb kann sie längst unter uns sein, ohne daß die ungeistlichen Menschen sie sehen. Daß dies der Fall sei, behauptet Jesus hier. Dem widerspricht das in V. 24 vorausgesagte sichtbare Kommen am Ende des gegenwärtigen Weltlaufs in keiner Weise, denn der langsame und von innen herausgereifte Apfel fällt endlich plötzlich vom Baum, und dem auf ihn Wartenden in den Schoß.}